28.03.2024 — Der erste Kontakt

Am 28. März 2024 hatte ich das erste Mal die Gelegenheit, mich in meinem Haus in Ruhe umzuschauen. Damals war es noch nicht meins – und es war natürlich überhaupt nicht klar, ob es mal meins werden würde. Einige Tage zuvor hatte ich den ersten Termin mit dem Makler vor Ort. Diese Besichtigung war aber auf “guck hier, ein Zimmer” und “guck hier, der Garten” beschränkt und ließ leider keine echte Möglichkeit, sich das Haus in Ruhe anzuschauen. Zum Glück willigte der Makler ein und überließ mir für den zweiten Termin den Schlüssel, so dass ich in aller Ruhe einen Blick in alle Ecken werfen konnte . . .

Das Exposé war sich mit dem Baujahr nicht sicher: “irgendwann zwischen 1850 und 1900” fasst es wohl am Besten zusammen. Zugegeben: davon ist nicht viel zu sehen, auch innen nicht. Das tatsächliche Baujahr erfuhr ich erst später – lustigerweise sogar erst nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags.

Zugegeben: einen einladenden Eindruck macht das nicht. Alles ist alt, dunkel, ein bisschen feucht – das Haus stand zu diesem Zeitpunkt schon über ein Jahr leer. Beim Rundgang finden sich dann einige Stellen, bei deren Anblick man sich vielleicht fragen muss, ob das Haus eine vernünftige Investition wäre . . .

Aufgrund des Baujahrs fragte ich den Makler bei der ersten Besichtigung nach der Bauweise des Hauses. Könnte es sich noch um Fachwerk handeln? Nein, der Makler war überzeugt, dass das Haus massiv gemauert ist. Bei meiner zweiten Erkundungstour fand ich aber Hinweise, dass das vielleicht nicht ganz stimmen könnte . . .

In einer Ecke, gut hinter dem Fallrohr versteckt, zeigt sich ein Balken. Ein Hinweis?

Bei genauer Betrachtung fällt hier unter der Wand doch etwas auf. Ist da nicht eine Strebe zu sehen? Und ein Riegel auf halber Höhe?

Wenigstens Teile des Hauses waren also eindeutig noch in Fachwerkbauweise erhalten. Und ja, das allein hat dieses Haus für mich interessant gemacht. Die Vorstellung, all diese alten, ursprünglichen Bauelemente wieder sichtbar zu machen. Das Gefühl, hier ein – ziemlich verbautes – kleines Schmuckstück vor mir zu haben.

Über diese Erregung hinaus konnte das Anwesen auch mit anderen Pluspunkten aufwarten. Meine Vorstellung war: genügend Platz für Gemüse- und Obstanbau sowie ein Nebengebäude um eine Werkstatt darin aufzubauen. Beides hat das Haus: mit knapp über 4.300m² Grundstücksfläche ist mehr als genug Platz für Garten, Gemüse, Obst und Tiere vorhanden. Und ein Stall neben dem Wohnhaus bietet reichlich Platz für eine angenehm große Werkstatt.

Ich kann nicht sagen, dass ich mich in dieses Haus, in dieses Grundstück, in diesen Hof verliebt habe. Aber ich war begeistert von der Idee, die ursprüngliche Schönheit des Gebäudes wieder herzustellen. Mir ein Heim zu schaffen, wo schon über ein Jahrhundert Menschen gelebt, gefeiert, geliebt, getrauert haben. Mit meiner eigenen Kraft, meinen eigenen Händen dieses Haus zu meinem Haus zu machen. Zu einem schönen, gemütlichen, modernen Zuhause mit Geschichte.

Das ist es, was mich reizt.

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